RVCP
Das “Village Concept”
Das „Village Concept” wurde 1986 von der internationalen Vertretung der Medizinstudenten (IFMSA) in Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganistation (WHO) erarbeitet. Es stellt ein Konzept zur Verbesserung der Lebensbedingungen in ländlichen Gebieten von Entwicklungsländern dar und folgt den Zielen des Primary Health Care Concepts, das 1978 auf der Konferenz von Alma-Ata beschlossen wurde:
- Gesundheitserziehung der Bevölkerung
- Versorgung mit sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen
- Ausreichende Nahrungsmittelversorgung
- Familienplanung, Gesundheitsversorgung von Mutter und Kind
- Impfungen
- Bekämpfung endemischer Erkrankungen
- Behandlung allgemeiner Erkrankungen und Verletzungen
- Versorgung mit essentiellen Arzneimitteln
Das „Village Concept” sieht drei gleichberechtigte Mitgliedergruppen vor:
1. Die lokale Bevölkerung: Teilt die Bedürfnisse der Gemeinde mit, geben Feedback, führen projektbezogene Arbeiten aus
2. Die nationalen Studierenden:
- Nationalen Mitgliedern: Studenten aller Fachrichtungen; Ausarbeitung von Projektvorschlägen und deren Durchführung
- Nationalem Studierendenkomitee: Koordiniert die Projekte, übernimmt repräsentative und administrative Aufgaben
3. Internationalen Studierenden
- Internationalem Studierendenkomittee: Unterstützen das Projekt dauerhaft durch Fundraising, Recherche, inhaltlichen Input, Werben und Vorbereiten internationaler Teilnehmer, Sensibilisierung der Menschen für Nord-Süd-Themen.
- Internationalen Teilnehmern: Studenten aller Fachrichtungen, unterstützen das Projekt vor Ort für einen Zeitraum von mind. 3 Monaten. Sie bilden die Informationsbrücke zwischen den nationalen Studierenden und dem internationalem Studierendenkomitee und können Erfahrungen in der Entwicklungszusammenarbeit sammeln.
Zur Zeit existieren „Village Concept Projects” in Sudan, Ruanda, Burundi und Zambia. In anderen Ländern sind die VCPs schon abgeschlossen, wie in Ghana, Indien und Mexiko.
Rwanda Village Concept Project (RVCP)
Das Village Concept Project in Ruanda wurde 1998 von ruandischen Studenten der National University of Rwanda in Butare ins Leben gerufen. In Ruanda ist R-VCP als gemeinnützige Nichtregierungs-organisation (NGO) eingetragen. Es zählt heute rund 70 aktive ruandische Mitglieder.
Der internationale Studierendenpart ist vergleichsweise noch recht schwach organisiert und befindet sich gerade im Aufbau. Internationaler Ansprechpartner für das Projekt ist seit Jahren die deutsche Studentin Alexandra Höhne. Daneben engagieren sich einige deutsche und britische Studenten dauerhaft für RVCP. Die RVCP-Regionalgruppe Frankfurt ist der Versuch, einen organisierten internationalen Studierendenpart aufzubauen.
Die Aktivitäten von R-VCP konzentrieren sich vor allem auf die Dörfer im Sektor Huye westlich von Butare. Das Projekt begann in dem Dorf Mpungwe, wo vor allem Witwen und Kinder von der Regierung in noch nicht fertig gestellten Häusern angesiedelt wurden. Noch heute fehlt es den ca. 600 Einwohnen an grundlegender Infrastruktur. In einem Baseline-Survey wurden zunächst die schwerwiegendsten Probleme der Dorfbevölkerung erfasst, die im Wesentlichen den Zielen des Primary Health Care Concept entsprechen. In 6 Unterprojekten, sog. „Microprojects”, versucht R-VCP diese Probleme zu bekämpfen.